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2019

Die Josefstädterin des Jahres

2019

Die Josefstädterin des Jahres

Anita Habershuber B.A.

Anita Habershuber genoss eine sorglose Kindheit in der Mostviertler Marktgemeinde Strengberg. Nach ihrer Matura 1980 am neusprachlichen Gymnasium in Amstetten verbrachte sie zwei Semester an der Universität Wien. Da ihre Eltern ein Gasthaus bewirtschafteten, entschied sie sich schließlich für ein zweijähriges Fremdenverkehrskolleg in Bad Leonfelden, Oberösterreich. Danach arbeitete sie lange in der Tourismusbranche, bis sie in der Tätigkeit als Eventmanagerin für wissenschaftliche Kongresse ihre Bestimmung fand.

2013 hat sie ihre Wochenstunden reduziert, um so den lang gehegten Wunsch eines Studienabschlusses wahr werden zu lassen. Dieser ging 2017 mit einem Bachelor of Arts in Kultur- und Sozialanthropologie in Erfüllung. „Dies war“, so Frau Habershuber „neben der Heirat 2004 mit Gerhard Schleining meine zweitbeste Lebensentscheidung“. Das Studium veränderte ihre bis dato recht sorglose Weltsicht völlig. Ihr soziales Engagement für Menschen in Not begann mit einer Seminararbeit zum Thema „Obdachlose im öffentlichen Raum“, für die sie unzählige Stunden auf der Mariahilfer Straße verbrachte und Obdachlose ins Gespräch verwickelte. Gerade im Jahr 2015, in dem so viele Flüchtlinge nach Österreich kamen, wurde ihr klar, dass sie nun endlich der Gesellschaft etwas zurückgeben kann. Sie half mindestens einmal pro Woche am Westbahnhof und bei der Caritas, beispielsweise bei der Essensausgabe oder Kleiderverteilung. Im Zuge dessen erfuhr sie von einem Verein iranischer Frauen, die sich für Flüchtlinge engagierten und ihnen u.a. Kleider, Wohnungen, Möbel, Hausrat besorgten. Daraufhin beschäftigte sich Frau Habershuber im Rahmen ihrer Bachelorarbeit mit diesem Thema und interviewte die Frauen zu deren Motivation und Aktivitäten. So kam sie in Kontakt mit dem Karwanhaus, dessen Leitung sie ihre freiwillige Hilfe anbot, und wo sie nach wie vor das montägliche Frauencafé betreut. Zudem unterstützt sie regelmäßig Flüchtlinge bei ihren Asylverfahren oder im Rahmen der Initiative „Tea for refugies“ vor der Justizanstalt Josefstadt. Auch ihr Engagement bei der Grünen Alternativen Partei schlage, so Frau Habershuber, in diese Kerbe.

In drei Jahren geht Frau Habershuber in Pension, habe aber bereits viel vor. Da ihr Frauenrechte ein wichtiges Anliegen sind, möchte sie einerseits einen Mastertitel in Gender Studies erwerben, andererseits möchte sie sich noch mehr bei den Josefstädter Grünen engagieren und weiterhin Flüchtlinge betreuen, um so auch ihrem Leben in der Pension einen Sinn zu geben.