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2019

Die Josefstädterin des Jahres

2019

Die Josefstädterin des Jahres

Mag.a Helene Pigl

Mag.a Helene Pigl kam 1957 in Wien als zweites von drei Kindern zur Welt. Ihre Kindheit verbrachte sie in Wien und in Pörtschach am Wörtersee, wo ihre Mutter Inhaberin eines Gastgewerbebetriebes war. Bereits mit zehn Jahren hat sie gerne im Betrieb mitgeholfen. Nach der Matura zunächst im Gastgewerbe tätig, musste sie bald feststellen, dass dieser Berufsweg nicht der richtige für sie war. Ihre Suche nach neuen Herausforderungen führte sie in den Strafvollzug.

1982 begann sie als Justizwachebeamtin im damaligen Gefangenenhaus II Wien. Nach einigen Jahren im allgemeinen Justizwachdienst – inzwischen hatte sie auch geheiratet und einen Sohn zur Welt gebracht – hat sie die Ausbildung zur leitenden Beamtin absolviert und war die erste Frau als Leiterin der Verwaltung in der Justizanstalt Wien-Simmering.

Als 1993 das Bundesgleichbehandlungsgesetz in Kraft trat, wurde sie von Frau Ministerialrätin Dr. Kren als stellvertretende Gleichbehandlungsbeauftragte für den Vollzug angeworben, eine Aufgabe, die Frau Mag.a Pigl bis zum Jahr 2002 erfüllte.

Von 1995 bis 2002 hat sie neben ihrer Vollzeitbeschäftigung das Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften absolviert. Am 1. Jänner 2002 wurde sie mit der Leitung der Justizanstalt Wiener Neustadt betraut, welche sie in den folgenden sechs Jahren, während des großen Zu- und Umbaus, leitete.

Schließlich ließ eine Reihe von Überlegungen die Absicht aufkommen, wieder in Wien im Strafvollzug tätig zu sein. Dabei spielte für sie nicht zuletzt die Möglichkeit, Beruf und Familie besser „unter einen Hut“ zu bringen, eine wichtige Rolle. So bewarb sich Frau Mag.a Pigl 2007 um die Leitung der Justizanstalt Wien-Josefstadt, eine Funktion, die bis heute ausübt. Vor einigen Jahren schloss sie im Amtshaus am Schlesingerplatz ihre zweite Ehe. Sie verdanke ihrem Mann, ihrem wertvollsten Lebensbegleiter, viel Rücksichtnahme und Wertschätzung.

Seit 2016 arbeitet Frau Mag.a Pigl mit großer Freude auch in der Telefonseelsorge mit. Sie ist besonders stolz darauf, dass der am Beginn ihrer Leitung in Wien still formulierte Plan, ein positiveres Klima und einen menschlicheren Umgang in der Anstalt zu schaffen, gelungen ist.