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2019

Die Josefstädterin des Jahres

2019

Die Josefstädterin des Jahres

Barbara Neuwirth

Wie fast alle JosefstädterInnen hat Barbara Neuwirth hier ihr Zuhause und ihre Heimat gefunden. Als Kind lebte sie mit den Eltern und ihrer Schwester in der Lammgasse, die Lange Gasse bot ihr erst Volksschule, dann ein wunderbares Mädchengymnasium, das leider, als sie in die 5. Klasse kam, komplett auf die Schmelz übersiedelte. Damals lernte sie die Unterschiedlichkeit der Bezirke kennen.

Als junge Schriftstellerin, die sich feministisch-politisch auch verlegerisch engagierte, kehrte sie wieder in die Lange Gasse zurück. 12 Jahre lang war sie – als „zweite Generation“ der Verlegerinnen in den 1980er und 1990er-Jahren – im Wiener Frauenverlag tätig, wo sie neben der (Co-)Verlagsleitung die Herausgabe der feministischen Reihe Frauenforschung innehatte. Die Namensänderung in Milena Verlag hat sie noch mitbetreut, sich gleichzeitig beruflich verändert.

Nach kurzen Wohn-Intermezzi in Margareten und Neubau kehrte sie vor 33 Jahren in die Josefstadt zurück. Seither lebt sie wieder da. Als Schriftstellerin und als Bürgerin ist sie hier vielfältig vernetzt, Lektoratsarbeiten wie z.B. für „Reisen zu den verlorenen Nachbarn“ von Lorenz Glatz, der ihr Josefstädter Nachbar ist, zählen dazu. Im Zusammenhang mit 100 Jahre Frauenwahlrecht hat sie u.a. auch mit den in der Josefstadt auf Bezirksebene politisch aktiven Frauen eine Veranstaltung betreut. Sie schätzt die liberale und kreative Stimmung im Bezirk und es ist ihr selbstverständlich, dafür auch tätig zu sein. Obwohl sie gerne auch mit Männern zusammenarbeitet und das Miteinander in der Vielfalt der Gesellschaft für sie schön und unverzichtbar ist, ist ihr die spezielle Arbeit an und in Frauenprojekten immer wichtig gewesen und ein oft beglückender Teil ihres Lebens.