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2019

Die Josefstädterin des Jahres

2019

Die Josefstädterin des Jahres

Nadine Adrian

Die „Wiener Wanderbäume“, die von April – Oktober 2019 nacheinander ausgewählte Straßenzüge in sechs Wiener Gemeindebezirken begrünen, wurden von Nadine Adrian initiiert. An jedem Standort verweilen die neun Wanderbäume ca. vier Wochen, um auf die Bedeutung von Bäumen für das Stadtklima aufmerksam zu machen. Dazu gibt es ein Parklet mit Infotafeln, das dem Austausch über das Thema Bäume in der Stadt dient.
Als Nadine Adrian 2014 von Düsseldorf nach Wien zog, waren es die tristen innerstädtischen Stein- und Asphaltwüsten sowie die steigenden Hitzetage, die in ihr den Wunsch hegten, mehr Begrünung in die Stadt zu bringen. Das bekannte Wanderbaumprojekt aus München schien ihr dafür ideal, da es temporär die Straßen begrünt und als visuelle Entscheidungshilfe dient. Das Aktionsprogramm Grätzloase hat auf ihre Initiative hin die „Wiener Wanderbäume“ 2019 realisiert. Dabei war es ihr sehr wichtig, dass die Wanderbäume auch in der Josefstadt rasten. In dem Bezirk mit dem wenigsten öffentlichen Grün besteht dringender Handlungsbedarf gegen die Hitzeinseln. Auch dies sollte die Aktion verdeutlichen. Mit der Laudongasse ist ein sehr guter, stark frequentierter Standort gefunden worden, der viele positive Rückmeldungen erhielt.

Damit die Wanderbäume von den BewohnerInnen der einzelnen Bezirke positiv angenommen und unterstützt wird, war es ihr von Anfang an sehr wichtig, die Wanderbäume mit Veranstaltungen publikumswirksam zu begleiten. Damit sollten die Wanderbäume generell beworben und bekannt gemacht und auch die inhaltlichen Themen vermittelt werden. Als Initiatorin und Josefstädterin hat sie sich für die Bespielung in der Laudongasse stark gemacht. In der heißen Sommerzeit rasteten die Wanderbäume vom 1. – 29. August zur Zeit des dotdotdot-Festivals vor dem Volkskundemuseum.
Um die Ferienzeit ein wenig zu umgehen, hatte sie für das Ende der Wanderbaumzeit in der Josefstadt für den 23. August ein Nachbarschaftsfest organisiert. Es sollte eine breite Bevölkerungsschicht erreicht werden, die Akzeptanz für die Bäume erhöhen und das soziale Miteinander fördern. Für das Fest wurde das Straßenabschnitt der Laudongasse zwischen Lange Gasse und Lammgasse von 15-23 Uhr gesperrt. Am Nachmittag waren Familien mit Kindern eingeladen, um bei Workshops zum Thema Nachhaltigkeit, Begrünung und Klima mitzumachen und miteinander zu spielen. Am Abend lud ein langer Tisch zum nachbarschaftlichen Zusammenkommen bei gemeinschaftlichem Buffet ein. Der Abend wurde musikalisch von Bridge-Beat begleitet. So stand bei lockerer Atmosphäre das Kennenlernen, sich austauschen und die Verwandlung der Laudongasse im Vordergrund. Eine interaktive Begrünungskarte der Josefstadt lud zudem die BesucherInnen ein, ihre Wunschstandorte von begrünten Bereichen in der Baumkatasterkarte festzuhalten. Für die Organisation dieses Fest erhielt sie viel positive Resonanz. Es wurde auch der Wunsch geäußert,
derartigen nachbarschaftlichen Austausch öfter durchzuführen.