Zum Inhalt springen

2019

Die Josefstädterin des Jahres

2019

Die Josefstädterin des Jahres

Michaela Meissl

Die Keramikkünstlerin Michaela Meissl, eine gebürtige Tirolerin, übersiedelt 1981 nach einem Jahr Studium der Germanistik und Kunstgeschichte in Innsbruck und nach einem zweijährigen Aufenthalt in Paris gemeinsam mit ihrem Mann Walter Meissl nach Wien, wo sie ihr Studium fortsetzte. Parallel zum Studium entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Material Ton. Nach der Geburt ihrer Tochter bricht sie das Studium ab und gründet 1985 zusammen mit Ihrem Mann dem Bildhauer und Philosophen Walter Meissl ein Keramik- und Bildhauer Atelier in einem idyllisch gelegenen Hinterhof auf der Lerchenfelderstrasse im 8. Bezirk. Hier entsteht im Laufe der Jahre ein Treffpunkt für Kunst- und Keramikliebhaber, die nicht nur die hier gezeigten und entstehenden Arbeiten schätzen, sondern ebenso das Ambiente einer lebendigen Künstlergemeinschaft.

Durch ihre Begeisterung für die Studiokeramik entdeckt Michaela Meissl bald die japanische Keramik, mit ihrer reichen ästhetischen Tradition, die bis heute ein bestimmender Faktor in ihrer Arbeit mit Ton geblieben ist. 1998 beginnt sie ein Japanologie Studium an der Universität Wien, das sie mit einem Bachelor 2004 abschließt. 2002 erhält sie eine Einladung für einen zweimonatigen Studienaufenthalt als „artist in residence“ im Keramikzentrum von Shigaraki in Japan. Hier erhält sie wesentliche Impulse für ihre Tee- und Gefäßkeramik.

In ihrer künstlerischen Arbeit wird sie durch zahlreiche Ausstellungen und Beteiligungen an internationalen Keramikwettbewerben bestärkt. Ihre Begeisterung für das Material Ton und ihre Fertigkeit im Umgang mit dem Werkstoff gibt sie bei regelmäßigen Workshops im eigenen Atelier, an verschiedenen Schulen und der “Humanisierten Arbeitsstätte Projekt Unik.at“ im 8. Bezirk an andere weiter.

Michaela Meissl arbeitet vorzugsweise mit Porzellan und Steinzeug. Aus der Gegensätzlichkeit dieser beiden Materialien entstehen spannungsreiche Gegenüberstellungen von Grobem und Feinem, die sich zu einer harmonischen Eleganz der Formen verbinden. Begreift man Schönheit als jene Form mit der größten Wirkung, dann hat man damit den Anspruch, den Michaela Meissl an ihre eigene Arbeit stellt, beschrieben. Eine weitere Werkserie sei hier noch erwähnt: die Sushicollection. Es sind kleine Porzellanminiaturen, die assoziativ das Thema Sushi aufgreifen und dabei eine bunte Fauna an zartem Meeresgetier erschaffen.

Besucht man Michaela Meissl in ihrem Atelier, so stellt dies eine im 8. Wienerbezirk gar nicht so seltene, sondern durchaus typische Überraschung dar. Von außen unscheinbar und versteckt betritt man durch ein grüne und blühende Hinterhofoase, die von Michaela Meissl und ihrem Mann liebevoll gepflegt wird, eine Welt der Kunst und des guten Geschmackes.