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2019

Die Josefstädterin des Jahres

2019

Die Josefstädterin des Jahres

Mag.a Daniela Martos

Daniela Martos kam 1972, in ihrem ersten Lebensjahr, in die Josefstadt und lebt hier mit ihrer Familie und den beiden jüngsten von vier Kindern. Wie Menschen ihr Leben meistern, hat sie schon immer fasziniert. Das Projekt Achtsamer Achter, das die Sorgekultur und Achtsamkeit füreinander im Bezirk stärken möchte, hat sie mit den Forschenden des Vereins Sorgenetz (sorgenetz.at) entwickelt. Die Ursprungsidee entstand aus den persönlichen Erfahrungen, die sie als Josefstädterin und als Begleiterin von alten Menschen und Menschen mit Demenz und deren Familien, gemacht hat. In vielen Begegnungen und Gesprächen hat sie einen Eindruck von ganz unterschiedlichen Lebenssituationen, vom Erfahrungsschatz der alten Menschen, ihren Bedürfnissen, Sorgen, aber auch ihren Hoffnungen und Kraft spendenden Momenten und Orten gewonnen. Deutlich wurde auch, dass sich viele alte Menschen eine selbstbestimmte Lebensführung und intensivere soziale Beziehungen wünschen, sich oft auch mehr am sozialen und kulturellen Leben im Bezirk beteiligen wollen. 

Es geht im Achtsamen Achten nicht nur um alte Menschen, sondern um ein gutes Leben für alle im Bezirk. Alle Bürger*innen, Jung und Alt, sind eingeladen, den Achtsamen Achten in einem offenen Prozess gemeinsam zu gestalten. Der Achtsame Achte entwickelt sich durch die Menschen im Bezirk, ihre sozialen Netze, Sorge-Erfahrungen und ihr Sorge-Wissen, ihre Wünsche, Bedürfnisse und Ideen.

Bereits vorhandene Sorge- und Hilfeinitiativen in der Josefstadt werden besser sichtbar gemacht und gewürdigt, Neues, noch Fehlendes, wird gemeinschaftlich entstehen: Begegnungen der Generationen, Beratungsangebote, Hilfe- und Erfahrungsaustausch, gemeinsame Bewegung, Orte des Erzählens und Zuhörens und vieles mehr. Die Menschen, Institutionen und Unternehmen, Nachbarschaftshilfe und professionelle Hilfeanbieter, die für einen Achtsamen Achten Sorge tragen wollen, rücken zusammen, um gemeinsam eine Haltung, Aktivitäten, Strukturen und Beziehungen der Achtsamkeit und Sorge füreinander zu etablieren. Neue Bilder vom Älterwerden, von Demenz, Jugend und einer gemeinsamen Zukunft können durch die Begegnungen und wachsenden Beziehungen entstehen. 

Der Achtsame Achte wird wissenschaftlich vom Verein Sorgenetz begleitet und laufend evaluiert. Die gewonnenen Erfahrungen sollen auch anderen (demenzfreundlichen) Bezirken zu Gute kommen. Der Fonds Gesundes Österreich und die Wiener Gesundheitsförderung ermöglichen den Achtsamen Achten vom 1. September 2019 bis zum 28. Februar 2022. Unterstützt wird er bereits von Beginn an von der Bezirksvorstehung und vielen Menschen, Institutionen und Initiativen im Bezirk.