Zum Inhalt springen

2019

Die Josefstädterin des Jahres

2019

Die Josefstädterin des Jahres

Die Gewinnerinnen 2017

Mag.a Kristina Taubald

Kategorie „Unternehmerinnen“

Mag.a Kristina Taubald, wurde am 18. Jänner 1970 in Wien geboren. Als sie sich zum Pharmaziestudium entschloss, wusste sie schon ziemlich genau, was auf sie zukommen würde: während der Schulzeit konnte sie die Ausbildung ihrer Mutter, Irmtraude Kampelmühler, zur Apothekerin mitverfolgen, und auch ihr Vater war in einer Apotheke tätig – wie insgesamt neun Verwandte, so dass sie schon als Kind Apothekenluft hatte schnuppern können.

Nach ihrem Studium der Pharmazie und der Geburt ihrer beiden Kinder sowie einem Aspirantenjahr trat Mag.a Kristina Taubald 1999 in die seit 1782 in der Josefstadt bestehende und von ihrer Mutter von den  Erben der Familie Trnkoczy erworbene  „Alte Löwen Apotheke“ ein.

Neben der von ihrer Mutter in der Löwen Apotheke wieder aktivierten Homöopathie beschäftige sich Mag.a Kristina Taubald zusätzlich mit Aromatherapie und Phytotherapie (TEM), die ihr besonders am Herzen liegen.  Nach der Pensionierung ihrer Mutter im Jahr 2008 übernahm sie die Leitung der Apotheke. In den letzten 20 Jahren hat sich das MitarbeiterInnenteam verdoppelt. Viele MitarbeiterInnen sind bereits seit einem Jahrzehnt und mehr im Team und sind gemeinsam mit Mag.a Taubald  für die JosefstädterInnen kompetente AnsprechpartnerInnen auch auf dem Gebiet, welches ihr besonders am Herzen liegt: das alte Wissen um die heimischen Heilpflanzen. Beratungen zur Reisemedizin, Sport, Kosmetik und Raucherentwöhnung ergänzen das vielfältige Angebot der Apotheke.

Der barrierefreie Umbau der die Ecke Josefstädter Straße / Piaristengasse prägenden Apothekenfront wurde 2016 behutsam und unter Berücksichtigung des historischen äußeren Gesamtbildes durchgeführt. Ebenso die Erweiterung der Offizin.

Mag.a Taubald nutzt das Netzwerk der Apotheke um geflüchtete Menschen bei ihrer Integration zu unterstützen.

Das Wichtigste aber bleiben ihr die KundInnen und deren Zufriedenheit. Die Apotheke soll allgemein als ein Ort empfunden werden, an dem freundschaftliche Atmosphäre, kompetente Beratung und ein vertrauensvoller Umgang erlebt werden kann: ein Gesundheitszentrum in der Josefstadt, das man nicht nur im Krankheitsfall aufsucht, sondern auch, um gesund zu bleiben und sich wohl zu fühlen.

Informationen zu Mag.a Taubald und der Alte Löwen Apotheke finden Sie hier:
www.alte-loewen-apotheke.at


 

Renate Houska

Kategorie „Handwerkerinnen“

Frau Renate Houska ist seit 15 Jahren in der Piaristengasse 26 tätig. Sie führt dort ein kleines Geschäft in dem sie Plissees erzeugt. Plissee ist französisch für "gefaltet", so nennt man die kunstvoll-künstlichen Falten und Knicke die in Textilien gemacht werden. Seit etwa hundert Jahren gibt es das Geschäft in der Piaristengasse. Renate Houska hat es vor ca. 15 Jahren als gelernte Schneiderin und nach einem „Crashkurs“ bei ihrer Geschäftsvorgängerin übernommen. Theater- und Schneiderwerkstätten, LampenherstellerInnen und TapeziererInnen (Wandbehänge) sind ihre KundInnen, aber auch ModedesignerInnen kommen mit ihren individuellen Entwürfen in das Geschäft, um sich mit Renate Houska über die Machbarkeit verschiedener Faltungen zu beraten. In Wien ist sie die Einzige ihres Fachs, österreichweit gibt es derzeit nur noch sechs PlisseeerzeugerInnen, daher hat sie auch KundInnen aus ganz Österreich. Ihre besondere Stärke und somit auch ein außerordentliches Service, ist die sofortige Bearbeitung der Bestellungen. Vor allem bei Theateraufträgen, bei denen großer Zeitdruck herrscht, ist Renate Houska für prompte Erledigungen bekannt. Oft müssen dringende Aufträge innerhalb von 24 Stunden erledigt werden.


 

Kerstin Czerwenka

Kategorie „Handwerkerinnen“

Kerstin Czerwenka ist die einzige Buchbinderin in der Josefstadt. In Ihrem Geschäft in der Florianigasse 5A gestaltet sie unter anderem Gästebücher, Fotoalben und Tagebücher. Sie bindet akademische Abschlussarbeiten und restauriert alte Bücher, die bereits verfallen. Jedes Stück ist eine Einzelanfertigung und mit viel Liebe zum Detail gemacht. Kerstin Czerwenka bereichert durch ihre Schaufenster, die stets zur Jahreszeit passend dekoriert sind, die Auslagenwelt der Josefstadt. Sie gibt ihr Wissen auch weiter, indem sie einen Lehrling ausbildet.

Dieses Jahr feiert die Buchbinderin das zehnjährige Bestehen des Geschäftslokals.

Die ursprünglich aus Kärnten stammende Buchbinderin verwendet in ihrer Werkstatt unterschiedliche Gerätschaften: Buchpressen, Handschneidemaschine, Stricheisen, Druckal­phabete, Plakatschränke und vieles mehr gehören hier zum Inventar. Souverän fertigt sie Halbleineneinbände, Leporellos, Lederrücken oder Schmuckschachten an. Sie vernäht die Lagen alter Bücher zu neuen Bünden, stattet die Rücken von Zeitschriften zu eigenen Bindeeinheiten aus oder sie verklebt neue Vorsatzblätter vom Buchblock mit dem Einband. Trotz der hohen Auftragslage nimmt sich die Buchbinderin immer Zeit für beratende Gespräche, so dass die Kundschaft das angebotene Produkt nach eigenem Be­lieben und Geschmack mitgestalten kann.


 

Dr.in Christina Schellenbacher

Kategorie „Wissenschaft und Bildung“

Die Josefstädterin arbeitet und forscht am Institut für Dermatologie am AKH Wien. Gemeinsam mit ihrer Forschungsgruppe hat sie eine neue Generation eines Impfstoffes gegen Gebärmutterhalskrebs verursachende Humane Papillomviren (HPV) entwickelt.

Dr.in Christina Schellenbachers Arbeit ist ein Durchbruch, insbesondere für Frauen und ihre Gesundheit. Sie wurde für die Entwicklung dieses Impfstoffes 2013 mit dem renommierten Preis der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie ausgezeichnet und 2014 zur Erfinderin des Jahres des AKH Wien gekürt.


 

Mag.a Gudrun Schweigkofler Wienerberger

Kategorie „Kunst und Kultur“

Mag.a Gudrun Schweigkofler Wienerberger leitet das Musische Zentrum Wien in der Zeltgasse, ein Haus voller Kunst für Kinder und Jugendliche. Sie kam 1984 aus Südtirol nach in Wien um zu studieren, und ist dann hier „picken geblieben“. Nach dem Studium der Kommunikations- und Theaterwissenschaft arbeitete sie u. a. bei tanzAffiche, im FalterVerlag und bei Tanz- und TheaterFestivals im In- und Ausland, baute im WUK (Werkstätten- und Kulturhaus) die Veranstaltungsschiene KinderKultur”  auf und  war bei KulturKontaktAustria für die Kunstvermittlungsberatung mit Schwerpunkt Kunst und Schule zuständig. Kunst mit, von und für Kinder und Jugendliche begeistert sie und ist ihr ein großes Anliegen. Im Musischen Zentrum Wien, einer Einrichtung des Vereins Wiener Jugendzentren, setzt sie Projekte mit Musik, Tanz und Theater gemeinsam mit vielen KünstlerInnen, Kindern und Jugendlichen um. Besonders wichtig ist ihr dabei die gute Nachbarschaft im Bezirk. Deshalb hat sie das Netzwerk „Neue NachbarInnen“ initiiert, um mit regem Austausch einen Beitrag zur lebenswerten Josefstadt zu leisten.

„Natürlich haben wir hier im Musischen Zentrum Wien das Ziel, die Welt zu verbessern. In unserem Sinne bedeutet das, einen Ort zu schaffen, an dem es den Kindern gut geht. Wo sie sich wohl fühlen, wo sie angenommen werden, wo sie sich austauschen können, wo sie Lärm machen können, wo sie Dinge aussprechen können, wo sie erwachsene Gegenüber haben, die ihnen etwas beibringen, weil sie es können. Wir wollen die Selbstständigkeit der Kinder unterstützen, ihre Eigenständigkeit und ihre Selbstwirksamkeit stärken. Indem wir miteinander künstlerisch arbeiten, entwickeln wir ein Gefühl dafür, was Kunst ist und was Kunst sein kann.

Prozessorientiert arbeiten bedeutet für uns, etwas gemeinsam zu entwickeln. Gemeinsam wird geschaut: Was machen wir mit der Kunst und was macht die Kunst mit uns. Da wird experimentiert, verworfen, manchmal gescheitert, immer wieder ausprobiert und miteinander gelacht. Die Konzentration liegt nicht auf einem Punkt in der Zukunft (auch wenn wir z. B. Theater-, Tanz- und Musikaufführungen präsentieren), sondern es wird auf den Moment geschaut und im Moment gelebt.“


 

Altlerchenfelder Pfarrcaritas

Kategorie „Soziales Engagement“

Martha Andorfer, Anni Hofbauerbauer, Gertrude Martinkowitsch, Rosemarie Matzinger, Brigitta Moder, Brigitta Riedl, Gertrude Spalek und Gertrude Villi stellen Woche für Woche ihre Freizeit für soziales Engagement zur Verfügung.

Seit vielen Jahren bildet die Donnerstags-Jause für obdachlose Menschen einen Schwerpunkt der Arbeit der Pfarrcaritas der Pfarre Altlerchenfeld.  Woche für Woche begrüßt die Frauengruppe 50 bis 70 Personen. Sie kümmern sich um den Einkauf, decken die Tische, bereiten Brote, Mehlspeisen und Getränke vor und räumen nach der Jause auf.

Das wichtigste in ihrer Arbeit ist jedoch das offene Ohr für die Anliegen und Probleme der Besucherinnen und Besucher. Die Gäste dankbar, dass sie als Menschen wahrgenommen und respektiert werden, auch wenn die Frauen der Pfarrcaritas nicht immer direkt bei den Anliegen helfen können.

Die engagierte Gruppe freut sich auch sehr über die Unterstützung vieler privater Spenderinnen und Spender, die diese Arbeit mit möglich machen.

Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie hier:
http://www.pfarrealtlerchenfeld.at/Neu/caritas.shtml


 

Julia Nagele

Publikumspreis 2017

Die 1982 geborene Wienerin betreibt seit Mai 2015 ihr Friseuratelier 'Julia persönlich' in der Strozzigasse 40. Ihre Ausbildungsjahre verbrachte sie unter anderem bei der herausragenden Patricia Grecht und Kultfigaro Erich Joham.

Nach einigen Jahren als angestellte Friseurin und der Geburt ihres Sohnes im Jahr 2007 suchte sie neue Herausforderungen, machte die Matura und studierte Politikwissenschaft. Bereits während des Studiums wechselte sie zur Luxury Hair Care Marke 'Paul Mitchell' in den Vertrieb und die Weiterbildung von FriseurInnen. Die Erfahrungen in der Beratung und Optimierung von ausgewählten Friseurbetrieben inspirierten sie zur Rückkehr in ihren angestammten Beruf auf einer neuen Ebene - sie eröffnete im Mai 2015 ihr Friseuratelier 'Julia persönlich'. Neben ihrem Können und der Freude am Handwerk mit folglich wunderbaren Haarschnitten basiert ihr Atelier auf sehr persönlichen und inspirierenden Beziehungen zu ihren Kundinnen und Kunden. Über ihre wiedergefundene Liebe zum Friseurhandwerk sagt sie selbst:

„Ich habe festgestellt, es gibt nichts Schöneres an einem Arbeitstag, als wenn ich ein strahlendes Lächeln eines jungen Burschen sehe, weil er heute einen Schulball hat und sich noch schnell die Haare schneiden lässt, um gut gestylt zu sein. Es gibt nicht die richtigen Worte dafür wie es sich anfühlt, wenn sich eine Kundin nach einem stressigen Arbeitstag und einem "Rundum Styling" mit einer Umarmung bedankt. Es ist einfach wunderbar mit einem Herrn oder einer Dame über Politik zu philosophieren oder auch einfach mal gemeinsam zu schweigen. Es gibt nichts Vergleichbares dazu eine Braut für ihren schönsten Tag zu stylen, zu schminken, mit ihr gemeinsam die letzten Stunden zu verbringen, bis sie " JA" sagt.'

Mehr über Julia Nagele erfahren sie hier: www.juliapersoenlich.com


 

Karin Bergmann

Kategorie „Lebenswerk“

Karin Bergmann wurde 1953 in Recklinghausen geboren und kam 1986 unter der Direktion von Claus Peymann als Pressesprecherin ans Burgtheater. Unter Claus Peymann begann sie auch ihre Theaterlaufbahn: 1979 als Direktionsassistentin am Schauspielhaus Bochum. Sie ging 1993 als Pressesprecherin und Direktionsmitglied an die Vereinigten Bühnen unter Intendant Rudi Klausnitzer, bis sie 1996 zu Klaus Bachler in den gleichen Funktionen an die Volksoper wechselte. Als dieser 1999 an das Burgtheater gerufen wurde, wurde Karin Bergmann seine stellvertretende Direktorin und übernahm im letzten Jahr seiner zehnjährigen Direktion die Leitung und den Übergang zu Matthias Hartmann, bei dem sie als Stellvertreterin noch die erste Spielzeit 2009/10 blieb.

Im März 2014 übernahm sie interimistisch die künstlerische Leitung des Burgtheaters und führte dieses durch die schwerste Krise seiner Geschichte. Am 14. Oktober 2014 wurde sie schlussendlich als erste Frau in der 250-jährigen Geschichte des Burgtheaters zur künstlerischen Leiterin des größten Sprechtheaters im deutschsprachigem Raum ernannt. Bereits für die erste Spielzeit unter ihrer Intendanz wurde das Burgtheater von Theater heute als THEATER DES JAHRES 2015 ausgezeichnet.


 

Dr.in Irmtraut Karlsson

Kategorie „Ehrenjosefstädterin“

Nach dem Studium der Psychologie und Soziologie leitete Dr.in Irmtraut Karlsson zehn Jahre lang die Sozialpädagogische Forschungsstelle der Magistratsabteilung 11 und unterrichtete an der Akademie für Sozialarbeit. 

Nach dieser Zeit arbeitete sie als Frauenpolitikerin, Bundesrätin und Abgeordnete zum Nationalrat. Sie ist eine der Mitbegründerinnen des ersten Wiener Frauenhauses. 

Ihre wissenschaftliche Tätigkeit umfasst eine breites Spektrum:

  • angefangen von einer umfassenden Heimstudie "Verwaltete Kinder", zusammen mit R. Fischer und C. Halletz, - eine soziologische Analyse von Kinder- und Jugendheimen im Bereich der Stadt Wien, Institut für Stadtforschung, Wien 1976;
  • über Forschungen zur Sozialhilfe "Recht und soziale Probleme", in Betrifft: Bewährungshilfe, Wien 1979; "Die Schwächsten fallen durch den Rost - Zur Funktion der Sozialhilfe", in Lebensverhältnisse in Österreich, campus 1980;
  • "Wohlfahrt und Sozialhilfe", in Ungleichheiten in Österreich, J&V, Wien 1980 

Im Unterricht an der Akademie für Sozialarbeit bewegte sich ihre wissenschaftliche Tätigkeit über

  • Forschung zur Gewalt gegen Frauen: "Ein gebrochenes Tabu", Deuticke, Wien 1988
  • zum Feminismus und der Geschichte der Frauenpolitik in Österreich und international: "Geburtenregelung . ein Ost.West.Vergleich", zusammen mit Barbara Serloth und Hildegard Steger-Mauerhofer, Renner-Institut, Wien 1991;
  • "Frauen in Bewegung - Frauen in der SPÖ", Löcker Verlag, Wien 1998;
  • "Die ersten hundert Jahre", Vorwärts 2007.

Irmtraut Karlsson war es auch immer ein Anliegen, diese Forschungsarbeiten in verschiedener Form einem breiten Publikum bekannt zu machen. Ausgehend von der Studienzirkelmethode und dem "Grabe, wo du stehst" Modell, entwickelte sie im Jahre 1996 die Frauenspaziergänge in der Josefstadt, die sie auch im Rahmen der Frauentagsaktivitäten der Bezirksvorstehung Josefstadt  mit verschiedenen Themenschwerpunkten durchführte. Sie war auch an der Erstellung der ersten Josefstädter Frauenbroschüre beteiligt.

Ihr Forschungsmaterial über die Josefstädterinnen stellt sie nun auf einer Webseite www.josefstädterinnen.at – ein interaktives Onlineportal – allen Interessierten zur Verfügung.

Heute widmet sie sich vor allem der Forschung über die verfolgten und ermordeten Menschen durch die faschistischen Diktaturen und ist Vorsitzende des Vereins "Steine der Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes in der Josefstadt”. Sie verfasste zwei Bücher zum Thema “....lebte in der Josefstadt" zusammen mit Manfred Kery und Tina Walzer, Milena 2008 und "Die Toten von Bruck", zusammen mit Petra Weiß, Kral Verlag 2008.

Zum zehnjährigen Bestehen des Vereins arbeitet sie an einer Publikation über dessen Tätigkeit und an der Würdigung von Menschen, die der Nationalsozialismus nicht nur als physische Personen vernichtete, sondern deren Wirken und Arbeiten ebenfalls aus der Erinnerung getilgt werden sollte.


 

Dr.in Susanne Scholl

Kategorie „Ehrenjosefstädterin“

Susanne Scholl hat als Josefstädterin die Welt in unsere Wohnzimmer gebracht. Dafür ist sie auch weltweit bekannt.

Die freie Journalistin und Schriftstellerin studierte in Rom Slawistik. Ihre journalistische Karriere begann sie als Assistentin von Manuel Lucbert, dem damaligen Mittel- und Osteuropakorrespondent der französischen Zeitung „Le Mond“. Danach wechselte Dr.in Scholl in die Auslandsredaktion der Austria Presse Agentur.

Ab 1985 arbeitete sie unter Paul Lendvai in der Osteuropa-Redaktion des ORF. 1989 erlebte sie das Ende der DDR als ORF-Korrespondentin in Bonn. Zwischen 1991 und 2009 war sie als Russland-Korrespondentin für den ORF in Moskau tätig. Seit 2009 arbeitet die freie Journalistin und Schriftstellerin in Wien.

Unabhängiger Qualitätsjournalismus ist eine wichtige Kulturleistung in einer Gesellschaft von "alternative Facts" und "Fakenews". Für ihre unabhängige Berichterstattung ging Susanne Scholl in Russland sogar ins Gefängnis.

Susanne Scholl hat auch als Buchautorin ein umfangreiches belletristisches Werk, Prosa und Lyrik, vorzuweisen – „Russisches Tagebuch“, „Moskauer Küchengespräche“, „Elsas Großväter“ (Roman) „Nataschas Winter“ (Erzählungen), „Reise nach Karaganda“ (Roman), „Töchter des Krieges – Überleben in Tschetschenien“, „Rot wie die Liebe“ (Gedichte), „Russland mit und ohne Seele“, „Russische Winterreise“ (Gedichte), „Allein zu Hause“, „Die Königin von Saba“ (Erzählung),"Emma schweigt", "Warten auf Gianni".