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2019

Die Josefstädterin des Jahres

2019

Die Josefstädterin des Jahres

Die Gewinnerinnen 2013

Julia Schafranek

Kategorie „Kunst, Kultur und Wissenschaft“

Julia Schafranek wurde als Tochter von Prof.in Ruth Brinkmann und Prof. Dr. Franz Schafranek, den GründerInnen des Vienna‘s English Theatre, geboren. Aufgrund des verfrühten Ablebens ihrer Eltern übernahm sie bereits im Alter von knapp 30 Jahren die alleinige Führung des Vienna‘s English Theatre inklusive des „Tochterunternehmens“ Vienna‘s English Theatre School-Tours.

Julia Schafranek führte das Lebenswerk ihrer Eltern mit unfassbarem Einsatz in eine höchst erfolgreiche Zukunft. Vienna‘s English Theatre feierte 2013 sein 50-jähriges Bestehen und gilt als Europas ältestes englisches Theater außerhalb des UK. Im Jahr 2004 wurde dem Theater unter der Leitung von Julia Schafranek der Nestroy Spezialpreis für hervorragende Theaterarbeit verliehen.

Die Schultournee ist mittlerweile jährlich mit vier verschiedenen – eigens für die jeweiligen Altersgruppen der SchülerInnen geschriebenen und inszenierten – Stücken in ganz Österreich unterwegs und bespielt dabei 280.000 SchülerInnen pro Jahr. Sie wird sowohl in englischer, als auch in französischer Sprache angeboten.

Im Jahr 2010 erweiterte Julia Schafranek die „Unternehmensfamilie“ um eine weitere Institution. Unter der klingenden Bezeichnung „Showtime“ gründete sie Vienna‘s English Theatre Youth Performing Arts School. Hier wird Kindern und Jugendlichen im Alter von vier bis 18 Jahren dreimal pro Woche Unterricht in acting, dancing und singing angeboten – und das selbstverständlich in englischer Sprache. Showtime ist genau gegenüber des Theaters in der Josefsgasse im 8. Wiener Gemeindebezirk angesiedelt und erfreut sich größter Beliebtheit bei den Kindern und Jugendlichen.

Zusätzlich zu dem immensen beruflichen Erfolg beweist Julia Schafranek seit Jahrzehnten auch privat wahre Management-Fähigkeiten als Mutter ihrer drei wunderbaren Kinder Anna, Thomas und Sophia.

„Neben ihrem ungemeinen Elan und ihren beeindruckenden Erfolgen, machen ihre herzliche, menschliche und weltoffene Art Julia Schafranek zur Josefstädterin des Jahre 2013“, so die MitarbeiterInnen und das Ensemble des Vienna‘s English Theatre, die Julia Schafranek nominiert haben.


 

Ye Lu Gu

Kategorie „Unternehmerin“

Ye Lu Gu stammt aus Hangzhou, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Zhejiang, und kam 1995 gemeinsam mit ihrer Familie nach Österreich. Seit 2005 betreibt die Familie Gu ihr Aisa-Restaurant in der Lederergasse, wobei ihr Mann Zhan Qun Gu für die Küche verantwortlich zeichnet, während Ye Lu Gu für die Betreuung der Gäste zuständig ist.

Gemeinsam mit ihrem Mann steht sie Tag und Nacht im Restaurant, auch wenn´s ihr mal gesundheitlich nicht so gut gehen sollte. Nebenbei nimmt sie sich auch Zeit für ihre beiden Söhne und schaut, ob diese ihre Aufgaben auch erledigt haben.

Ye Lu Gu wurde nominiert, da sie neben der Arbeit in dem kleinen ausgezeichneten Restaurant ihre zwei Söhne großgezogen hat und das alles in einem fremden Land, in einer fremden Sprache, mit Hartnäckigkeit sowie großem Einsatz.


 

Kerstin Wörz

Kategorie „Unternehmerin“

Kerstin Wörz hat sich als Jungunternehmerin sowohl durch außergewöhnliches soziales Engagement, als auch durch eine innovative Idee, die Bildung ermöglicht und Arbeitsplätze schafft, hervorgehoben.

Die ausgebildete Sozialpädagogin ist seit vielen Jahren in einer stationären Einrichtung der Stadt Wien tätig. In einer kleinen Gruppe ist sie Kindern aus benachteiligten Verhältnissen eine Begleiterin im Alltag, sowie bei der geistigen, seelischen, sozialen  und körperlichen Entwicklung. Das dafür nötige Knowhow gibt sie nun weiter.

Wesentliches Merkmal ist der einfache Zugang, damit auch Menschen mit brüchigen Schul- und Berufskarrieren wieder den Einstieg in eine Ausbildung finden. Die Idee ist, Menschen in kleinen Schritten auszubilden: Nach jedem Jahr erhalten die TeilnehmerInnen einen Abschluss: Von der Sozialen Alltagsbetreuung bis zur DiplomsozialpädagogIn.

Diversität und ein kreatives Lernumfeld, sowie persönliche Betreuung sind ihr wichtig. Um diese Idee zum Leben zu erwecken errichtete sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Tosca Wendt im Jahr 2012 die Bildungsakademie ModAS, Kolleg für Sozialpädagogik.

Im Juni 2013 konnten die ersten AusbildungsteilnehmerInnen mit der Basisbildung für den Sozialbereich zur Sozialen AlltagsbetreuerIn abschließen. 15 Frauen und  Männer aus acht Ländern hatten so – nach  einem intensiven Jahr – den Grundstein zur Ausübung ihres Wunschberufes gelegt. 13 davon vertieften ihre Ausbildung im weiterführenden Modul.


 

Ministerialrätin Dr.in Elfriede Fritz

Kategorie „Lebenswerk“

Elfriede Fritz wurde 1954 in Laa an der Thaya geboren, wo ihr Vater als Geodät und ihre Mutter als Mittelschulprofessorin tätig waren. Nach der Matura in Laa studierte sie Jus in Wien und trat dort auch in die Finanzverwaltung ein.

Dort spezialisierte sich Elfriede Fritz im Bereich Zoll und  brachte es auf diesem Gebiet bis zur Abteilungsleiterin im Finanzministerium. Ihr Herz hing aber insbesondere daran, die Frauenemanzipation in diesem großen Verwaltungskörper voranzutreiben. Als Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Gleichbehandlungsfragen  war  sie Jahrzehnte lang für die Frauen im Finanzressort da.  Für die Anliegen der Frauen aber auch der Männer hat Elfriede Fritz immer eine offene Tür, und bei ihrem Bekanntheitsgrad in der Finanzverwaltung  wusste jede und jeder, wann es Zeit war, „zur Fritz“ zu gehen, weil bei einer Kränkung und Zurücksetzung am Arbeitsplatz nichts anderes half. Wichtig war auch ihre Rolle in den Besetzungskommissionen, wo sie wie eine Haftelmacherin aufpasste, dass keine Frau zu kurz kam. Bleiben noch ihre nationalen  Tätigkeiten als Hüterin der Gleichbehandlung  in  Arbeitsgruppen und Kommissionen und ihre auch internationalen Vorträge als Gender-Expertin. Sehr enge Kontakte hat sie zu den deutschen Kolleginnen geknüpft. Mit ihnen findet ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch statt.

Ihren Mann, den Finanzhistoriker und Schriftsteller Wolfgang Fritz mit dem sie sich 1989 in der Josefstadt ansässig machte, hat sie am Arbeitsplatz kennen gelernt. Das Ehepaar Fritz zog an seinem nunmehrigen Wohnort zwei Josefstädterinnen auf: die Rechtsanwältin Therese und die Schauspielerin Anna-Sophie


 

Club Creativ

Kategorie  „Soziales Engagement“

Club Creativ ist eine Frauengruppe mit 18 bis 20 Mitgliedern, die ihre Freizeit für ihr soziales Engagement zur Verfügung stellen. 1984 fand sich eine kleine Gruppe zusammen und übernahm die Verantwortung für den „neuen“ Weihnachtsbasar. Die Gruppe bestand damals aus Brigitte Weninger, Juliane Glaser, Traude Raffel, Ilse Lotz, Eleonore Hinterwirth, Annemarie Ornauer, Nani Dietl-Zeiner und Frau Schimp. Frau Klimfpinger übernahm die Verantwortung für die Finanzen und Öffentlichkeitsarbeit, während Frau Brogyaniy sich für die kreativen Ideen verantwortlich zeigte.

In der Anfangsphase wurde die Frauengruppe durch die Mitarbeit der Seniorenhandarbeitsrunde und des Ehepaars Klein sowie durch Jungschar und Pfadfinder unterstützt. Mit der Zeit wuchs die Runde und es kamen Annemarie Minchshofer, Anneliese Kautz, Brigitte Achleitner, Ingrid Zechmeister, Monika Biba, Maria Peschl, Heidi Koller, Helga Male, Ulrike Loistl, Ursula Theiner, Inge Hönig, Irmgard Kermer, Karin Wagner, Zita Schrott und Theresa Stickler dazu.

In der ersten Phase mussten sich die Frauen während des Marktes warm anziehen, denn die „Standln“ wurden in den zugigen Gängen der Volksschule aufgebaut. Danach übersiedelte der Weihnachtsbasar in die Pfarrräume. Nach einigen Übersiedlungen auf Grund von Renovierungsmaßnahmen, konnte der Weihnachtsbasar im renovierten Calasanzsaal stattfinden.

Der Name „Weihnachtsbasar“ wurde im Laufe der Jahre in „Adventmarkt“ umgewandelt und die kreative Gruppe benannte sich von der einfachen „Bastelrunde“ in „Club Creativ“ um. Immer mehr Frauen schlossen sich dem Club an, während einige liebe Kolleginnen leider bereits in jungen Jahren verstorben sind.

Von Jahr zu Jahr sitzt die Runde beisammen, sammelt Ideen, arbeitet, plant, tüftelt, bereitet vor. Denn neben Handarbeiten anfertigen, wollen auch 150-200kg köstliche Nugatkugeln, Kekse, Vanillekipferl und Lebkuchen gebacken sowie an die nahezu 100 Adventkränze und Gestecke angefertigt werden. Der Erlös des Weihnachtsmarktes kommt sozialen Projekten in und außerhalb der Pfarre zugute.

Bis 2000 wurde der Spendenertrag an die Pfarre übergeben, wobei stets die Hälfte des gesamten Spendenertrages an die Missionsschwerstern „Königin der Apostel“ für ein Spital in Hartmanpur (Indien) ging. Seit 2001 entscheidet der Club Creativ selber, wie die Erträge aus dem Adventmarkt aufgeteilt werden. 2008 wurden die Frauen sogar auf die Tafel der „Big Spender“ des Hauses der Barmherzigkeit eingetragen.

So konnte seit 2000 neben der Pfarrcaritas und der indischen Mission auch Hochwasseropfern (2002 und 2005), Erdbebenopfern in Indien, Müttern in Not, dem Sterntalerhof (Kinderhospiz für schwer- bzw. sterbenskranke Kinder), Verein Kinderhände, START (Stipendien für SchülerInnen mit Migrationshintergrund) und vielen, vielen mehr geholfen werden.

„Wir möchten ganz besonders unseren treuen ‚Kunden‘ danken, die uns jedes Jahr besuchen. Nur mit ihrer Hilfe – ihren Einkäufen – gelingt es uns, Bedürftige zu unterstützen. Wir hoffen, dass wir auch dieses Jahr einen wohlverdienten Erfolg erzielen können“, so die Frauen.


 

Hofrätin Dr.in Margot Schindler

Publikumspreis 2013

Margot Schindler wurde 1952 in Wien geboren. Nach Abschluss des Neusprachlichen Gymnasiums in Gmünd im Waldviertel besuchte sie die Pädagogische Akademie des Bundes in Baden. Parallel dazu studierte sie Volkskunde, Slawistik und Kunstgeschichte an der Universität Wien, während sie gleichzeitig bereits unterrichtete. Im September 1979 bewarb sich Margot Schindler erfolgreich für die Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin im Museum für Volkskunde in Wien.

Hier lernte Sie von Grund auf, was zu den verschiedenen Tätigkeiten der Museumsarbeit gehört: Sammeln, Inventarisieren, wissenschaftliches Arbeiten, Publizieren, Kuratieren von Ausstellungen und die generellen Organisationsaufgaben im Museumsmanagement. 1996 wurde sie zur stellvertretenden Direktorin, 2001 zur Hofrätin ernannt. Gleichzeitig übernahm sie die Geschäftsführung des Vereins für Volkskunde als Rechtsträger des Museums. Seit April 2006 steht das Museum für Volkskunde unter ihrer Leitung.

Margot Schindler hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Ausstellungen betreut und initiiert. Unter anderem „Aller Anfang. Die Geburt in Kulturgeschichte und Kunst“ (2002), „15+10 European Identities“ (2004), „museum_inside_out. Arbeit am Gedächtnis“ (2007), „1. Mai – Demonstration, Tradition, Repräsentation“ (2010), „Feste. Kämpfe. 100 Jahre Frauentag“ (2011), und vieles mehr. Daneben hat Margot Schindler auch wesentliche Beiträge zur Volkskunde Österreichs und zu museumsrelevanten Fragen im Rahmen der Europäischen Ethnologie veröffentlicht.

Das Museum für Volkskunde hat in den 118 Jahren seines Bestehens einen reichhaltigen Fundus an Objekten zu Volkskunst und Alltagskultur zusammengetragen. Es verfügt über eine erstklassige Bibliothek mit Literatur, die man andernorts vergeblich sucht. Margot Schindler hat sich in den Jahren ihrer Direktion verstärkt um die Akzeptanz des Museums im In- und Ausland durch innovative Ausstellungsprojekte und neue Veranstaltungsformate bemüht. Sie hat die Abteilung für Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit ausgebaut und damit eine vermehrte Präsenz  des Museums in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit erreicht. Durch die Schärfung des Museumsprofils konnten neue BesucherInnenschichten gewonnen werden. Durch die Etablierung des Kurzfilmfestivals „espressofilm“ öffnete sich das Museum auch im unmittelbaren Umfeld des 8. Bezirks.

Das Museum für Volkskunde ist unter der Ägide von Margot Schindler zu einem interessanten, abwechslungsreichen und für alle offenen Haus geworden. Das Museum lädt mit vielen Ausstellungen und sonstigen Kulturveranstaltungen alle Schichten der Bevölkerung zur aktiven Teilhabe ein.