Zum Inhalt springen

2019

Die Josefstädterin des Jahres

2019

Die Josefstädterin des Jahres

Die Gewinnerinnen 2011

Annemarie Vanek

Kategorie „Soziales Engagement“

Viele ihrer zahlreichen Freundinnen und Freunde nennen Annemarie Vanek "die Burgermasterin", weil sie in ihrem Umfeld in der Josefstadt keine graue sondern durchwegs bunte Eminenz ist. Sie wirkt im Stillen, oft unbedankt.

Herz: Wer sie trifft, sei es auf der Straße oder in einem Lokal, in ihrer für alle offenen Wohnung, weiß, dass sie immer zuhört, ermutigt und stets mit Stil auch vor der Wahrheit nicht zurückschreckt.

Hirn: Der Verstand dieser Josefstädterin beweist ihre Herzensbildung, die sie auf den Universitäten des Lebens studierte. Die ausgebildete Schneiderin arbeitet derzeit als Konsulentin einer Modefirma. In einem ökosozialen Betrieb leitete sie bis 2010 die Werkstatt. Sie versetzte mehrere Jahrgänge von Arbeit suchenden teils ungelernten, meist ausländischen Textilarbeiterinnen in die Lage, eine Gesellinnenprüfung abzulegen. Die meisten absolvierten mit positivem Erfolg und konnten zum Nutzen der Gesellschaft vermittelt werden. Die sympathische Josefstädterin betreibt nicht nur Integration, sie lebt sie.

Humor: Glücklich, wer nichts zu lachen hat und mit ihr zu tun hat. Gerade die Unglücklichsten wissen zu berichten, dass "die Vaneksche" niemanden verabschiedet, den sie nicht zumindest zum schmunzeln gebracht hätte.

Engagement: Das soziale Engagement ehrt Annemarie Vanek gewiss; ihre kulturellen Aktivitäten würdigen sie. Die langjährige Vizeobfrau des Vereins „Betrifft: Neudeggergasse“ führte – nur zum Beispiel – jene Kontakte aktiv zusammen, die das Projekt "Verlorene Nachbarschaft" ermöglicht haben. Die dadurch wieder erweckte Erinnerung an jene Menschen, die bis 1938 die Synagoge in der Neudeggergasse besucht hatten, erregte weit über die Bezirksgrenzen hinaus Staunen und Beachtung.


 

Maria Ettl

Kategorie „Kunst und Wissenschaft“

Maria Ettl wurde 1952 in Frauenkirchen im Burgenland geboren. Sie besuchte die Handelsschule in Wien, der Stadt, die sie dann auch zu ihrer Wahlheimat machte. Wohnhaft in Marahilf, verbringt sie den Großteil ihrer Zeit arbeitend im Bezirksmuseum Josefstadt, ihrem „Zweitwohnsitz“.

Hier ist Maria Ettl seit 1994 in unermüdlichem Einsatz für die Geschichte des Bezirks. 1999  übernahm sie die Rolle der Museumsleiter-Stellvertreterin und Rechnungsprüferin der Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen. Im Dezember 2009 übernahm sie, nach dem Tod von Frau Dr.in Elfriede Faber, das Josefstädter Bezirksmuseum als Museumsleiterin.

Maria Ettl investiert nicht nur viel Zeit und Energie in das Bezirksmuseum Josefstadt. Mit jedem Museumsbesuch ist auch das Herzblut, mit dem sie an ihre Arbeit herangeht, zu spüren. Es ist ihr Bestreben – gemeinsam mit ihrem MitarbeiterInnenteam – das Bezirksmuseum als Plattform und Begegnungsstätte für alle Josefstädterinnen und Josefstädter zu etablieren. Die Geschichte als auch die Gegenwart der Josefstadt sollen für die Josefstädterinnen und Josefstädter und alle an der Josefstadt Interessierten im Bezirksmuseum erlebbar werden.

Maria Ettl geht mit dem Motto "Was kann ich für das Bezirksmuseum tun, was kann das Bezirksmuseum für mich tun" an ihre Arbeit heran, die ihr Hobby ist. Sowohl bei der Langen Nacht der Museen als auch beim Josefstädter Straßenfest ist das Bezirksmuseum Josefstadt vertreten.


 

Barbara Nemet

Kategorie „Unternehmerin“

Barbara Nemet hat seit 2001 ihr Modeatelier in der Lederergasse. Die Modeschöpferin zeichnet sich durch ihr Understatement aus und arbeitet im Stillen ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Ihr Atelier und ihre Mode bestechen durch die Individualität und Einzigartigkeit der Materialien. Sie macht Kleider für Menschen. Sie macht Kleider für das Leben.

„Barbara Nemet kooperiert mit dem Integrationsprojekt Prima Donna von Jugend am Werk, das junge Frauen mit Behinderung dabei unterstützt, Arbeits- und Lehrplätze zu finden. Insgesamt sieben junge Frauen konnten bislang in der Schneiderei von Barbara Nemet berufliche Erfahrungen sammeln. Frau Nemet zeichnet dabei ein großes Engagement im Umgang mit den jungen Frauen aus und sie ist stets offen gegenüber neuen Interessentinnen“, so Mag. Bamberger, Jugend am Werk.


 

Petra Doleschalek

Publikumspreis 2011

Petra Doleschalek lebt seit Ihrem ersten Schrei in der Josefstadt. Manche behaupten, sie bekäme Heimweh wenn sie nur einen Schritt aus diesem schönen Bezirk heraus mache. Sie absolvierte sowohl Volksschule als auch Gymnasium im 8. Bezirk. Seit vielen Jahren bereits betreibt Petra Doleschalek die „Kosmetikmacherei“ in der Laudongasse. Hier lernen ihre KundInnen wie sie aus kosmetischen Rohstoffen selbst Cremen, Parfums, etc. herstellen und kosmetische Rohstoffe für ihre individuellen Bedürfnisse nutzen können. Ihren MitarbeiterInnen bietet Petra Doleschalek in der „Kosmetikmacherei“ einen besonders herzlichen Arbeitsplatz.

Erinnerungen von Petra Doleschalek – einer echten Josefstädterin: „Ich war ein richtiges Parkkind“ erzählt sie gerne von Ihrer Zeit im Hamerlingpark, wo sie mit den Volksschulfreundinnen nach der Schule von 15-18 Uhr spielen durfte. „Wenn man Durst hatte ging man einfach ins Cafe Hummel die - Kellner gaben gerne ein Glas Wasser, dann lief man um ein kleines Eis in das noch immer bestehende Zuckerlgeschäft in der Josefstädterstrasse und auch vom Fleischer gegenüber bekam man immer ein Wurstradl“


 

Margaretha Napravnik

Auszeichnung für ihr Lebenswerk

Margaretha – besser bekannt als Rita – Napravnik, kann auf mehr als ein halbes Jahrhundert Wirken in der Josefstadt zurückblicken. In 52 Jahren Betrieb hat sie die „Mocca Stube“ in der Josefstädterstraße 69 zu einer wahren Institution in der Josefstadt gemacht. Mit Ende August 2011 ist Rita Napravnik wohlverdient in Pension gegangen – zum Leidwesen ihrer vielen StammkundInnen. In deren Augen verstand es keine anderer Lokalbesitzerin und kein anderer Lokalbesitzer in der Josefstadt eine so warme und herzliche Atmosphäre zu bieten wie sie. Auch wenn Rita nicht im Achten lebt, so ist sie ein Teil der Josefstadt.